Die Idee

Vor einigen Jahren stellen einige Mitglieder des Verkehrsvereins und des Pfälzerwaldverein Rodalben fest, dass es rund um Rodalben viele Felsen und Felsformationen gibt, die nur schwer zugänglich und somit auch weithin unbekannt sind. Einige der mächtigen Felsmassive hatten nicht mal einen Namen. Es wurde beschlossen, diese Felsen durch einen Wanderweg zu erschließen und zu verbinden. So war die Idee des Felsenwanderweges geboren. Mit Hilfe von Arbeitsbeschaffungsmaß-nahmen (ABM) und der örtlichen Verbandsgemeindeverwaltung wurde die Idee in die Tat umgesetzt und mit dem Bau des Felsenwanderweges begonnen. Teilweise wurden vorhandene Forstwirtschaftswege und Pfade mit einbezogen,  teilweise mussten neue Pfade angelegt werden.


Seine Besonderheit ist die Vielzahl der Felsformationen direkt am Weg und der gleichzeitige Bezug zur Stadt, der fast überall zu spüren ist und den Weg von anderen Routen abhebt. Über 130 Felsen mit einer Länge von mindestens 15 bis zu 500 Metern (Alte Burg, Horbergfelsen) wurden aufgelistet.

Die Höhe der Felsen bewegt sich zwischen 3 und 18 Meter.

Das Ergebnis jedenfalls konnte sich sehen lassen. Der rund 45 Kilometer lange Felsenwanderweg ist ein Wandererlebnis der Spitzenklasse. Damit sich das nicht ändert, haben sich örtliche Vereine und Privatpersonen bereiterklärt als "Paten" Teilstücke des Weges zu pflegen.

Die Geschichte zur Entstehung des Felsenwanderweg,


Von der Idee über die Planung bis zur Genehmigung und Fertigstellung.

 

Ein Rückblick in die Anfänge

 

Die Idee zum Bau eines Wanderweges rund um Rodalben hatte der im Jahr 2015 im Alter von 84 Jahren verstorbene Rudi Baumgart bereits im Herbst 1980. Als letzter Punkt in einer Ausschusssitzung des Rodalber Verkehrsvereins drehte sich das Gespräch darum, Rodalben für den Fremdenverkehr attraktiver zu machen. Rudi Baumgart erwähnte dabei: „Habt ihr schon einmal festgestellt, dass die Sandstein-Felsen rund um Rodalben ungefähr auf gleicher Höhe liegen? Es wäre daher interessant die bekannten und unbekannten Felsen durch einen Weg zu erschließen, bzw. einen Wanderweg rund um Rodalben zu bauen“. Die Idee brachte er auch während einer Sitzung einer Arbeitsgemeinschaft zur Schaffung eines eigenen Wanderheftes für die Heimatgemeinde, bei der auch der 1. Vorsitzende des Verkehrsvereins Hubert Magin, sowie die PWV-Mitglieder Ferd. Scharfenberger, Kurt Scharwatz und Albert Frank anwesend waren, zur Debatte. Die Idee und der Vorschlag fanden in einer späteren Ausschusssitzung die Zustimmung aller Ausschussmitglieder des Verkehrsvereins. Rudi Baumgart und der Vorsitzende Hubert Magin erklärten sich bereit beim Forstamt vorstellig zu werden. Nach mehreren Unterredungen war Oberforstrat Kempf von dieser Idee begeistert und sagte dem Verkehrsverein die volle Unterstützung und die Zusammenarbeit mit der Forstverwaltung zu und bestätigte dies nach einer offiziellen Zusammenkunft mit dem Ausschuss des Verkehrsvereins am 25. März 1981 und mit dem Schreiben der Forstverwaltung vom 30. März 1981. Außerdem erklärte Herr Kempf, dass solche Maßnahmen durch die Bezirksregierung mit 80 - 100 % bezuschusst werden. Auch eine Forstkarte des Forstamtes, in welcher der Verlauf des Weges eingezeichnet werden sollte, legte Herr Kempf dem Schreiben bei.

Bei einer Zusammenkunft bekam Rudi Baumgart den Auftrag bis zur Generalversammlung eine Skizze über den ungefähren groben Verlauf des Weges anzufertigen. In der Generalversammlung am 30. März 1981 wurde erstmals öffentlich die Planung und Ausführung eines Felsenweges durch den Verkehrsverein bekannt gegeben. Dabei wurde auch das Schreiben der Forstverwaltung vorgelesen, in dem sich der Forst bereit erklärte, bei der Realisierung des Felsenweges mitzuarbeiten. Um die vielseitige Arbeit zu bewältigen bildete der Verkehrsverein einen Unterausschuss „Felsenweg“, dem Rudi Baumgart, Heinrich Abel, Wilhelm Knieriemen und Karlheinz Mendel angehörten. In der Ausschusssitzung am 12. Mai 1981 erklärte Rudi Baumgart, dass mit den anstehenden Arbeiten zum Bau des Felsenweges jederzeit begonnen werden kann, zuvor müssten jedoch noch die Anträge auf Zuschuss ausgefüllt und über die Stadtverwaltung an die Bezirksregierung Neustadt eingereicht werden. Von den verschiedenen Forstämtern, in deren Revier der Weg verlaufen soll, war die Zustimmung zur Mitarbeit von den Herren Flockerzi, Noack und Vatter erfolgt. Über die Sommermonate wurden dann viele Einzelheiten, wie die Anschaffung von Werkzeugen usw. besprochen. Bei der Sitzung am 11. August 1981 legte Rudi Baumgart die fertigen, jedoch je nach Bodenbeschaffenheit anzupassenden Pläne für den Bau des Felsenweges vor. Auf Anraten der Forstverwaltung Pirmasens fuhren Hubert Magin und Rudi Baumgart nach Neustadt zur Bezirksregierung, um in einem persönlichen Gespräch mit dem zuständigen Sachbearbeiter die weiteren Maßnahmen abzusprechen. Die Unterredung erbrachte das Ergebnis, dass im darauffolgenden Jahr die Chance besteht einen Zuschuss, allerdings unter 50.000 DM zu erhalten. Am 29. Oktober 1981 reichte der Verkehrsverein bei der Bezirksregierung Rheinhessen-Pfalz in Neustadt einen Antrag auf Zuschuss zu dem geplanten Weg in Höhe von DM 38.800 ein, dessen Eingang die Bezirksregierung am 5. November 1981 bestätigte. Mit Schreiben der Bezirksregierung vom 16. Dezember 1981 wurde der Antrag angenommen und der Förderungsbetrag im Haushaltsjahr 1982 vorgemerkt und eingesetzt. Bezuschusst konnte in diesem Zusammenhang auch der Bau von Ruhemöglichkeiten, Brücken, Geländer, das Aufstellen von Hinweisschildern usw. werden. Dabei wurde auch erwähnt, dass mit dem Bau des Weges erst begonnen werden darf, wenn die beantragte Finanzhilfe des Landes bewilligt ist. Am 3. und 10. Mai 1982 erteilten die Forstämter von Pirmasens und Waldfischbach-Burgalben dem Verkehrsverein das Eigentums- bzw. Benutzungsrecht an den betroffenen Grundflächen für die Anlage des höchstens 1,50 m breiten Weges. Am 1. Juni 1982 wurden die fehlenden Antragsunterlagen für den Bau des Felsenweges wie Finanzierungsplan, Kostenvoranschlag und Schreiben der Forstämter Pirmasens und Waldfischbach-Burgalben an die Bezirksregierung eingereicht. Bereits am 22. Juni 1982 erfolgte der Bescheid der Bezirksregierung über die Landeszuwendungen für die Anlage eines Rundwanderweges „Felsenweg“ um Rodalben über 48.500 DM abzüglich Eigenleistung von 9.700 DM, womit eine Zuwendung von DM 38.800 DM verblieb.

 

In der Ausschusssitzung am 13. Juli 1982 gab der Vorsitzende Hubert Magin bekannt, dass die Vorbereitungen planmäßig verlaufen. Die Kosten von DM 1,20 pro lfd. Meter waren allerdings nicht ausreichend, es musste mit bis zu DM 2,50 gerechnet werden. Auf eine Anzeige im Amtsblatt wegen Mitarbeit hatten sich 18 Schüler bzw. Studenten gemeldet. Zusätzlich sollten die Arbeiten durch AB-Maßnahmen ausgeführt werden. Ab 1. August standen 20 und ab 15. August 1982 30 Leute zur Verfügung. Seit Ende Juli 1982 waren Schüler und Studenten unter der Leitung von Forstbeamten damit beschäftigt den geplanten Felsenweg anzulegen. Die Arbeiten gingen gut voran und das erste Teilstück vom Klinkenberger Weg bis zum Hodental konnte sogar bereits erwandert werden. Dank an Herrn Vatter, der sich in dieser Sache voll engagiert und dem Verkehrsverein eine große Hilfe war, obwohl er am Anfang selbst nicht geglaubt hatte, dass dies eine großartige Sache wird. Außer den Schülern und Studenten waren auch Freiwillige der Patenkompanie des ABC Abwehrbataillons Zweibrücken am Bau des Weges beschäftigt. In der Ausschusssitzung am 10. August 1982 einigte man sich in Verbindung mit dem Weg eine einheitliche Markierung zu erstellen, nach Möglichkeit sollten Holzwegweiser verwendet werden, die zum größten Teil in Eigenleistung hergestellt werden konnten.

 

Der PWV Rodalben hatte durch die Herren Frank und Scharwatz seine Mitarbeit bei diesem Projekt zugesichert und erklärt, dass der in der Zwischenzeit als „Felsenwanderweg“ benannte Weg auch für den PWV Priorität habe. Jedes Teilstück, das fertiggestellt ist, sollte mit einem Kilometerzähler gemessen werden, um zu ermitteln, wie lang die Gesamtstrecke ist. Die unbekannten Felsen sollten vor der Erstellung einer Wanderkarte noch einen Namen bekommen. Mit Schreiben an die Bezirksregierung wurden am 23. August 1982 die ersten 20.000 DM angefordert, da schon bereits angefallene Löhne beglichen werden mussten. Nach den Schul- und Semesterferien wurden die Arbeiten durch Erwerbslose, vom Arbeitsamt im Rahmen der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen vermittelt, weitergeführt. Am 21. September 1982 gab Hubert Magin einen Überblick über den Stand des Felsenwanderweges. Dabei wurde erwähnt, dass Herr Vatter und Herr Noack schon mehr als die Hälfte ihrer Strecke fertig gestellt hatten. Zum Thema Markierungen erklärte Rudi Baumgart, dass er durch eine Anregung in der Schweiz die seiner Meinung nach optimale Lösung gefunden hat. An jeder Kreuzung wird ein Pfosten mit einer Zahl aufgestellt, dazu Wegweis-schilder in die verschiedenen Richtungen. Dadurch weiß jeder, in Verbindung mit der Wanderkarte, wo er gerade ist und wie er weiter gehen kann. Für diese Markierung sollte eine Graviermaschine angeschafft werden. Am 22. September 1982 wurde das Landesvermessungsamt in Koblenz angeschrieben und um Auskunft gebeten, wie die Wanderkarte für diesen Weg gestaltet werden kann. Auch viele andere noch offenstehende Fragen wurden geklärt. Es bestand auch die Möglichkeit, dass eine Abordnung des VV persönlich in Koblenz vorspricht, was auch später durch Herrn Baumgart u. Herrn Magin mehrmals erfolgte. In der Sitzung am 12. Oktober 1982 erklärte Hubert Magin, dass inzwischen 33.000 DM bezahlt sind. Von der Verbandsgemeinde erhielt der Verkehrsverein folgende Abrechnungen über vorgelegte Beträge: 8. Oktober 1982 Lohnkosten September 1982 für AB-Maßnahmen DM 25.789,94, minus Erstattung durch die Bundesanstalt für Arbeit DM 20.367,08, verbleiben DM 5.422,86, zuzüglich DM 9.396,32 Lohnkosten für Forstarbeiter, Schuldsumme DM 14.819,18. 9. November 1982 Lohnkosten Oktober für ABM DM 38.387,83, minus Erstattung DM 30.383,26, verbleiben DM 8.004,57, zuzügl. DM 4.320,33 Lohnkosten Forstarbeiter, Schuldsumme DM 12.324,90. 29. November 1982 Lohnkosten November f. ABM DM 31.778,04, minus DM 25.369,52, verbleiben DM 6.508,52, zuzügl. DM 5.791,48 Lohnkosten Forstarbeiter, Schuldsumme DM 12.300,--. Somit wurden von der Bundesanstalt für Arbeit insgesamt DM 76.119,86, übernommen und für den Verkehrsverein verblieben noch DM 39.444,08. Am 8. November 1982 bat der Verkehrsverein bei der Bezirksregierung um Auszahlung der restlichen DM 18.800,--, die noch im November erfolgte. 

Fortsetzung folgt